von Dr. Uwe Maaß

Nachdem wir uns in Ausgabe 01/24 mit den Ortsnamen beschäftigt habe, wollen wir uns den slawischen Wurzeln bei den Gewässernamen widmen.

Die Besiedlung von Gohlis fand zwischen dem 8. und 13. Jahrhundert statt. Die Siedler waren Slawen (auch Wenden genannt) der Stämme der Chutici (Bedeutung: „Leute des Chot“ bzw. „Leute des Chut“ aus urslawisch „chotь“ = Begierde, Wille, Lust) und Siusili (Bedeutung: „Insekt“ aus urslawisch Žuželь). Sie gehörten dem Stammesverband der Sorben an.

Wenn Menschen ihre Heimat verlassen, nehmen sie ihre Sprache mit. Bei der Ansiedlung an einem neuen Ort werden Elemente der Muttersprache verwendet, um Orte zu bezeichnen. Ortsnamen behalten sehr oft ihren ursprünglichen Kern oder sind nach Anpassungen durch die folgenden Siedler auf diesen zurückzuführen.

In Gohlis finden wir also auch die Spuren der Slawen auch bei den folgenden Gewässernamen:
Rietzschke – von sorbisch rěčka = Verkleinerungsform von Fluss, also das Flüsschen oder der Bach
Parthe – slawischen Ursprungs, von parda = die Stinkende
Weiße Elster – slawisch alstrawa = die Eilende
Pleiße – altsorbischen Ursprungs, bedeutet „das Sümpfe bildende Wasser“